Gau-Turntag 2026 – Ein Nachbericht

Von Sibylle Dornseiff

Hockenheim. Der Vereinssport ist auf das Ehrenamt angewiesen. Um die Menschen, die diesen Dienst an der Gesellschaft leisten, bei der Stange zu halten, wurde immer wieder auf die Notwendigkeit einer Anerkennungskultur verwiesen. Beim Turngau Mannheim hat man sich das zu Herzen genommen, bei der von der DJK Hockenheim ausgerichteten Delegiertenversammlung standen langjährige Mitarbeiterinnen im Mittelpunkt, die sich über viele Jahre im Verband eingesetzt haben oder noch aktiv sind. Wie die stellvertretende Vorsitzende Heike Mößner-Koch (Neulußheim), die von der Überreichung der Ehrennadel des Deutschen Turnerbundes völlig überrascht wurde. „Das ist der Oberhammer, ich freu mich wahnsinnig“, reagierte sie auf die unerwartete Auszeichnung. Sie hat seit 1985 alle Stufen der Verantwortung in ihrem Verein und im Turngau übernommen und ist,  wie Laudator Dirk-Michael  Scholl vom BTB-Präsidium hervorhob, „eine besondere Persönlichkeit“. „Sie ist unser alle Motor“ ergänzte Gauvorsitzender Werner Mondl. Ebenfalls mit der DT-Ehrennadel wurde die langjährige Liga-Obfrau Ute Fischer (TV Schwetzingen) ausgezeichnet, die sich seit über drei Jahrzehnte für die Sache des Turnens engagiert. Dankesworte, Geschenke und Blumen zum Abschied gab es  zudem für Claudia Reiter (Erwachsene, Senioren, Ältere) sowie „Urgestein“ Jutta Janisch (Fachwartin Turnen, Bereichsverantwortliche GymWelt, zuletzt  Ältestenrat).

Scholl, im BTB als Vizepräsident für Marketing, Finanzen und Sponsoring zuständig, weiß, wie sehr es auf Menschen ankommt, die neben ihrem „realen Leben“ für andere eintreten.  „Sie alle sind engagierte und positive Menschen. Sie leben durch ihren Einsatz und ihre Begeisterung für den Sport Werte wie Verlässlichkeit, Miteinander, Fairness, Toleranz, Menschlichkeit und Einsatzfreude vor“, bedankte er sich bei den Delegierten.  Doch das reiche nicht. „Nach wie vor gibt es gerade im Kindersport Wartelisten, fehlen Übungsleiter und freie Hallenstunden. Es ist nicht immer nur eine Frage des Geldes.  Echte Endbürokratisierung und

Entlastungen im Energiesteuersektor könnten hier kurzfristig einen nicht unerheblichen Beitrag leisten. Werden sie laut, vertreten Sie unser Anliegen“, appellierte er  an die Versammlung. Dem konnte Sportkreisvorsitzender Stefan Höß  nur zustimmen. „Ohne Unterstützung des Breitensports und seines Umfeldes ist auch kein Spitzensport möglich“, ergänzte er. Aufmerksam verfolgte er daher die Ehrungen für nationale und internationale Erfolge von Turnerin Silja Stöhr (SG Heddesheim),  von den Rope-Skipperinnen der LSV Ladenburg sowie den Faustballern des TV Käfertal.

Nach wie vor ist die Personaldecke im Vorstand und Gauturnrat dünn, die Wahlen brachten keine Besserung. Dazu passt dass, nur 27 der 83 Vereine vertreten waren. Alle bisherigen Amtsträger und Amtsträgerinnen wurden zwar wiedergewählt, doch im Vorstand bleiben fünf Posten unbesetzt, im Turnrat vier, bei der Turnerjugend wird ein neues Duo an der Spitze gesucht. Den Ältestenrat bilden nun Heike Böhler (TSG Weinheim), Norbert Mutterer (TSG Ketsch) und   Wilfried Pfliegensdörfer (SV Seckenheim). Personell besser scheint es bei Gastgeberin DJK auszusehen. Denn sowohl Vorsitzender Siegfried Kahl als auch Stadtrat Fritz Rösch betonten die Verdienste des Vereins für das Leben in der Kreisstadt.

(Erschienen im Mannheimer Morgen, 11. März 2026)