Wir trauern um unser Ehrenmitglied Karl-Heinz Herbst

Im „Mannheimer Morgen“ wurde von Sibylle Dornseiff am 29.07.2022 sein Leben und Wirken treffend beschrieben:

Ein Mann der Tat, nicht der großen Worte – obwohl er sehr beredet war. Ein Mensch, der gerne anpackte und immer zu Stelle war, wenn er gebraucht wurde. Ein Sportfunktionär, der nicht nur in Mannheim, sondern in ganz Baden Spuren hinterlassen hat. Das war Karl-Heinz Herbst, der am 20. Juli nach kurzer Krankheit verstarb, wenige Monate vor seinem 90. Geburtstag am 16. September. Er hinterlässt zwei Kinder sowie sechs Enkel und Urenkel, denen er außer Spaß am Sport auch das Gefühl für Verantwortung vererbt hat. Tochter, Sohn und vier Enkel sind in Vereinen aktiv, fast alle haben Übungsleiterscheine. Enkel Dominik Mondl ist – wie einst sein Großvater – Mitglied der Sachkundigen Einwohner im Sportausschuss der Stadt Mannheim und seine Enkelin Franziska Dühr ist Vorsitzende der Badischen Turnerjugend.

Schon der Beginn des sportlichen Lebens von Karl-Heinz Herbst war charakteristisch. Denn als 1965 sein Sohn Joachim das völlig überfüllte Kinderturnen des TV 1880 Käfertal besuchte, forderte ihn seine 2007 verstorbene Frau Doris auf: „Zieh‘ deinen Trainingsanzug an, da kannst du auch mithelfen.
Drei Monate später war er Vorsitzender „seines“ TVK, den er in 25 Jahren zu einem „an Immobilen und Grundbesitz“ reichen Verein machte. Schon bald wurden die übergeordneten Verbände auf den autodidaktischen Faustballtrainer aufmerksam, der mit der TVK-Jugend vier deutsche Meistertitel gewann. 19 Jahre lang führte er die Turnerjugend im Turngau Mannheim, setzte in der Übungsleiterausbildung Maßstäbe, prägte im Sportkreis und im Badischen Turner-Bund die Jugendpolitik. Als Leiter von Voll- und Wahlversammlungen war der Jugendgerichtshelfer, der seinen Beruf tatsächlich immer als Hilfe für jugendliche Straftäter verstand, im ganzen Land und bis ins hohe Alter gefragt. 1989 verließ der inzwischen „Vize“ des Turngaus als Ehrenmitglied seine Turner, denn er wurde nun an vorderster Front im Sportkreis gebraucht. Schon seit 1978 war der dort als Kassenwart aktiv, 1995 hörte er als Ehrenvorsitzender auf – auch das ein Zeichen seines nachhaltigen Wirkens.

Herbst, der sich auch für die SPD, die Naturfreunde, die AWO oder Gottfried-Keller-Bücherei engagierte, wird weiterleben, denn 2005 – zum 125. Geburtstag – wurde das Sportgelände des TVK an der Wachenheimer Straße nach ihm benannt.

Wir werden Karl-Heinz immer in bester Erinnerung behalten.